Was sich auf dem Platz ändert und was Sie davon merken
Subsurface-Bewässerung: so bleibt der Platz grün und trocken
Bei der Sportplatzbewässerung in der Erde geht das Wasser dorthin, wo die Pflanze es aufnimmt, und nicht in die Luft. Daraus folgt alles Weitere: kein Verwehen bei Wind, keine Sperrzeit während der Bewässerung, keine Technik im Spielfeld und kein Bedarf an hohem Wasserdruck.
Sportplatzbewässerung: das Problem mit Wasser von oben
Bei oberirdischer Beregnung geht ein Teil des Wassers verloren, bevor es den Boden erreicht. Ein Feldversuch der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit dem Deutschen Wetterdienst hat Verdunstung und feine Verwehung mit 4,2 bis 21,0 Prozent gemessen, im Mittel 11,3 Prozent. Bei Wind über 7 m/s landeten im Extremfall 30 Prozent außerhalb der beregneten Gasse. Bestimmend war nicht die Hitze, sondern der Wind.2
Auf einem Sportplatz ist Abdrift Totalverlust. Was auf der Laufbahn, dem Weg oder hinter der Bande landet, ist weg. In der Landwirtschaft fängt die Nachbargasse einen Teil wieder auf, auf einem Fußballplatz gibt es keine Nachbargasse.
Dazu kommt der zweite, größere Effekt: Wasser von oben erreicht nur die obersten Zentimeter. Die Wurzel folgt dem Wasser und bleibt flach. Ein flach wurzelnder Bestand hat kaum Speicher und braucht deshalb wieder häufige kurze Gaben.
Die Lösung: ein Niederdrucksystem mit Wasser 15 cm unter der Grasnarbe

Wir verlegen Bewässerungsschläuche dauerhaft unter der Rasenoberfläche. Das Wasser tritt über die gesamte Länge des Schlauchs aus, wird vom Boden aufgenommen, kapillar gespeichert und versorgt die Rasenwurzel direkt. Es verdunstet nicht, es weht nicht ab, und es steht nicht auf der Halmoberfläche.
Verwendet wird kein Tropfrohr mit einzelnen Tropfstellen, sondern ein mikroporiger Schlauch, der zwischen den Bewässerungsgängen kein Wasser führt. Das ist der Grund, warum Wurzeln nicht hineinwachsen: Es gibt zwischen den Gängen keine Wasserquelle, zu der sie wachsen könnten.
Die Anlage ist ein Niederdrucksystem und arbeitet nahezu drucklos. Reicht die verfügbare Wassermenge nicht für eine kurze Laufzeit, läuft die Sektion eben länger. Diese Reserve hat eine Regneranlage nicht, weil deren Wurfweite unmittelbar am Druck hängt.
Warum die Verteilung gleichmäßig ist
Der Schlauch gibt das Wasser über seine ganze Länge ab, nicht an einzelnen Tropfstellen. Dass die Wasserabgabe dabei auch über große Längen gleichmäßig bleibt, ist Gegenstand eines Forschungsprojekts der Deutschen Bundesstiftung Umwelt an der Hochschule Osnabrück gewesen und dort bestätigt worden.4 Wie wir diese Gleichmäßigkeit im Betrieb erreichen, ist Teil unserer Auslegung.
Bei der Beregnung von oben verläuft die Verteilung durch die Luft und hängt an Wind, Tropfengröße und Überlappung der Sprengbilder. DIN 18035-2 lässt deshalb selbst bei Windstille bis zu 25 Prozent Abweichung vom Sollwert zu.1
Beide Verfahren schließen sich nicht aus. Bei einer Neuanlage lassen sich Regner und Subsurface-Bewässerung kombinieren: Die Grundversorgung übernimmt die Bewässerung in der Erde, die Regner bleiben für Nachsaat, Düngereinwaschung und Anwachsphasen. Beide Kreise werden getrennt gesteuert.
Was Sie im Betrieb davon haben

Kleine Gaben, dafür täglich
Eine Beregnungsanlage muss in ihr Zeitfenster hineinpassen und bringt deshalb 15 bis 25 Liter je Quadratmeter auf einmal aus, um ein Defizit von mehreren Tagen nachzuholen. Bei uns begrenzt kein Zeitfenster. Die Anlage gleicht aus, was der Rasen am Vortag verbraucht hat, mit kleinen Gaben. Das Wasser bleibt dort, wo die Wurzel es findet, statt bei großen Einzelgaben in leichten Böden unter die Wurzelzone durchzuschlagen. Und die benötigte Wassermenge je Stunde sinkt, weil sich der Tagesbedarf über viele Stunden verteilt.
Kein Nachtfenster, keine Mittagspause
DIN 18035-2 bindet die Beregnung an die Nacht und nennt dafür drei Gründe: den geringeren Windeinfluss, die Einschränkung der Verdunstung und den im Regelfall höheren Druck in den Versorgungsnetzen. Wind und Verdunstung sind zugleich die Gründe, aus denen Landkreise in Trockenphasen das Bewässern über Tag untersagen. Beide entfallen, wenn das Wasser in der Erde abgegeben wird. Was das bei einem Bewässerungsverbot bedeutet
Bewässerung rund um die Uhr, auch im Spielbetrieb
Die Oberfläche bleibt trocken, deshalb ist der Platz während der Bewässerung nutzbar. Sie sind nicht auf das Nachtfenster angewiesen und niemand muss nachts an den Schrank.
Keine Technik im Spielfeld
Keine Regnerköpfe, keine Ventilkastendeckel, nichts, was ein Aufsitzmäher trifft, jemand herausreißt oder worauf ein Spieler tritt. Sichtbar ist nur der Verteilerschrank am Rand.
Kein hoher Wasserdruck nötig
Für eine Versenkregneranlage werden an der Sportstätte 7,5 bis 8 bar verlangt, sonst ist eine Druckerhöhungsanlage zwingend.1 Das entfällt hier.
Geräuschlos, wartungsarm und unauffällig
Kein Klacken von Regnern, kein Nebel über der Fläche, keine nassen Wege und keine durchnässten Zuschauerbereiche. Weil auf der Spielfläche keine beweglichen Teile sitzen, ist die Anlage wartungsarm.
Was der Verein von der Sportplatzbewässerung in der Erde hat
Keine ehrenamtliche Arbeitszeit mehr für die Bewässerung
Kein Umsetzen von Schläuchen, kein Abstimmen von Bewässerungszeiten mit dem Belegungsplan, kein nächtlicher Gang zum Verteiler. Die Anlage läuft sektionsweise nach Programm, mit saisonaler Anpassung und Regenunterbrechung.
Die Nachmittage bleiben dem Nachwuchs
Jugendmannschaften trainieren nachmittags und abends, also genau in den Zeiten, die bei einer Beregnung über Kopf für die Bewässerung freigehalten werden müssen. Diese Zeiten bleiben nutzbar, ebenso Schulsport und Vereinsangebote.
Steuerung mit Wetterdaten und App
Über ein Funkmodul verbindet sich die Steuerung mit ortsnahen Wetterstationen. Niederschlag, Temperatur, Wind und Luftfeuchtigkeit werden als Mess- und als Vorhersagewerte ausgewertet, einzelne Gänge entfallen automatisch. Bedient wird per Smartphone, Tablet oder Rechner.
Ihre vorhandene Regneranlage bleibt nutzbar
Wir ersetzen sie nicht, wir ergänzen sie. Die Subsurface-Anlage übernimmt die reguläre Flächenbewässerung, die vorhandenen Regner bleiben für die Fälle, in denen Wasser an der Oberfläche gebraucht wird: beim Anwachsen einer Nachsaat oder beim Einwaschen von Düngergranulat.
Nachrüstbar: Belüftung und Düngereinspeisung
Dieselben Schläuche lassen sich später zur Belüftung des Wurzelraums und zur Düngereinspeisung nutzen. Beides ist jederzeit nachrüstbar und muss heute nicht mitentschieden werden. Wie sich die Investition über Förderung und Eigenleistung senken lässt, steht auf der Förderseite.
Den kompletten Ablauf auf dem Platz zeigt ein Film: Einbau im Film ansehen
Was wir Ihnen bei der Übergabe in die Hand geben


Jede Sektion wird beim Einmessen einzeln gefahren und der tatsächliche Durchfluss über die Wasseruhr im Verteiler abgelesen. Aus diesen Messwerten entstehen die Laufzeiten Ihres Bewässerungsplans. Gemessen, nicht gerechnet.
Sie erhalten das Installationsprotokoll mit diesen Werten, den Bewässerungsplan und ein wetterfestes Schild im Verteilerschrank mit den Pflegehinweisen. Das Protokoll ist gegenüber Förderstellen belastbar, weil es eine Messung dokumentiert und keine Herstellerangabe.
Die Steuerung sitzt im Vereinsheim, mit programmierbaren Startzeiten, saisonaler Anpassung und Regenunterbrechung. Auf Wunsch mit App-Steuerung und Wetterdaten oder mit Bodenfeuchtesensor. Über dieselbe Installation kann der Wurzelraum optional auch belüftet werden, als IRRIGATECSAIR.
Was Sie bei der Rasenpflege beachten müssen

Eine tief durchwurzelte Fläche braucht keine Tiefenlockerung. Der Boden wird durch die Wurzelmasse gelockert, dauerhaft und ohne Maschine. Der Sportplatzbau weist darauf hin, dass jede mechanische Maßnahme die Rasentragschicht ihrerseits verdichtet, die Tiefenlockerung als schwerste davon.3 Wer jährlich tieflockert, bekämpft eine Verdichtung und erzeugt dabei eine neue.
Was bleibt, ist die übliche Pflege: Mähen, Vertikutieren, Besanden, Nachsäen und Aerifizieren im Verdichtungshorizont. Alles davon arbeitet oberhalb von 10 cm und ist unkritisch, denn die Schläuche liegen bei 15 cm. Diese Bearbeitungstiefe halten wir im Vertrag fest, mit einem Schild im Verteilerschrank, und sie gehört an jeden beauftragten Pflegedienstleister weitergegeben.
Zwei weitere Punkte, die wir von vornherein sagen: Die Anlage bringt kein Wasser an die Oberfläche, für das Einwaschen von Düngergranulat und das Anwachsen von Rollrasen ist deshalb eine temporäre Wassergabe von oben nötig. Und bei Brunnenwasser verlangen wir vor Vertragsschluss eine Wasseranalyse, weil eisenhaltiges Wasser eine Anlage in der Erde über Jahre zusetzt.
Normen und Materialien
Zuleitungen und Anschlussteile entsprechen den einschlägigen Normen des Sportplatzbaus, unter anderem DIN 18035 sowie den Rohrnormen DIN 8074, DIN 8075 und DIN 19533, Anschlussteile mit DVGW-Zulassung. Für die Bewässerung von Sportplätzen einschlägig sind ferner DIN 18035-2, DIN 18035-4 sowie die Reihe DIN EN 12484 für Rasenbewässerungssysteme.
Eine Klarstellung, weil im Markt falsch zitiert wird: DIN 18035-2 enthält sehr wohl eine Tabelle, die den Wasserverbrauch nach Tageshöchsttemperatur staffelt. Die im Umlauf befindliche Fassung mit deutlich höheren Werten ist jedoch nicht diese Tabelle. Wer mit ihr rechnet, überschätzt den Bedarf und damit auch jede daraus abgeleitete Einsparung. Wir rechnen mit den Normwerten.
Häufige Fragen zur Subsurface-Bewässerung
Kommt am Ende eines langen Schlauchs noch genug Wasser an?
Ja. Der Schlauch gibt das Wasser über seine ganze Länge ab. Dass das auch über große Längen gleichmäßig funktioniert, ist in einem Forschungsprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt an der Hochschule Osnabrück bestätigt worden. Die Auslegung für Ihren Platz nehmen wir anhand von Bodenart, Fläche und verfügbarer Wassermenge vor.
Wird der Rasen beim Einbau zerstört?
Nein, die Fläche wird geschlitzt und nicht abgetragen. Die Verlegemaschine bringt den Schlauch in 15 cm Tiefe ein, die Grasnarbe schließt sich wieder. Deshalb ist die Nachrüstung in bestehende Sportrasenflächen der Regelfall und nicht die Ausnahme. Die Rasentragschicht muss nicht neu aufgebaut werden.
Bleibt der Platz während der Bewässerung rutschfest?
Ja, die Oberfläche bleibt trocken. Das Wasser tritt unterhalb der Grasnarbe aus und wird vom Boden aufgenommen, es steht nichts auf der Halmoberfläche. Genau deshalb kann während Training und Spiel bewässert werden, während eine Regneranlage spätestens vier Stunden vor der Nutzung abgestellt sein muss.
Wachsen Wurzeln in den Bewässerungsschlauch hinein?
Nein, weil der Schlauch zwischen den Bewässerungsgängen kein Wasser führt. Wurzeln wachsen zur Wasserquelle. Ein Tropfrohr steht dauerhaft unter Wasser und wird deshalb über die Jahre an den Tropfstellen zugewurzelt. Beim mikroporigen Schlauch entfällt dieser Reiz, weil außerhalb der Laufzeit dort nichts zu holen ist.
Was passiert im Winter?
Die Anlage wird über ein Entleerungsventil mit Druckluft leergefahren, wie jede andere Bewässerungsanlage auch. Auf der Fläche sind dafür keine Arbeiten nötig, alles Notwendige sitzt im Verteilerschrank am Spielfeldrand.
Weitere Fragen beantwortet unsere Übersicht mit 26 Fragen und Antworten.
Weiter: Ablauf von Planung und Einbau und Wirtschaftlichkeit und Werterhalt.
Quellen
Externe Verweise öffnen in einem neuen Fenster. Quellen ohne Verlinkung sind mit Titel und Abrufdatum genannt und dadurch auffindbar.
- Sportstättenrechner, „Bewässerungsanlagen für Sportplätze“, abgerufen am 1. September 2026 unter sportstaettenrechner.de
- Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Deutscher Wetterdienst, Beregnung effizient einsetzen: lwk-niedersachsen.de
- Hilgers GmbH & Co. KG, „Verdichtungen und Oberflächenhärte im Sportrasen“, abgerufen am 1. September 2026 unter sportplatzbau-hilgers.de
- Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Abschlussbericht AZ 31988/01, Hochschule Osnabrück: Untersuchungen zur Wasserabgabe mikroporiger Bewässerungsschläuche.
Angaben zu Verlegetiefe und Betriebsweise stammen aus eigenen Projektunterlagen und ausgeführten Anlagen. Normbezüge stammen aus Sekundärquellen, maßgeblich sind die DIN-Volltexte.
Subsurface-Bewässerung, Wasser in der Erde