Nachrüstung im bestehenden Rasen, Eigenleistung, Abnahme

Sportplatzbewässerung einbauen, ohne den Platz aufzugeben

Eine Sportplatzbewässerung lässt sich in einen bestehenden Rasen nachrüsten, ohne die Tragschicht neu aufzubauen. Die größte Sorge im Verein ist meist nicht die Technik, sondern die Sperrzeit. Der Rasen wird geschlitzt und nicht abgetragen. Und was die Mitglieder selbst machen, senkt den Eigenanteil und zählt im Förderantrag.

Der Einbau im Film

Der komplette Ablauf auf einem Sportplatz: Schlitzen, Schläuche einlegen, Anschluss an die Wasserzuführung, Verfüllen.

Bewässerungsschläuche im Graben am Spielfeldrand, Standbild aus dem Film zum EinbauFilm ansehen: Einbau einer IRRIGATECS® Anlage

Der Film liegt bei YouTube und öffnet sich in einem neuen Fenster.

Sportplatzbewässerung einbauen: vom ersten Anruf bis zur Abnahme

Zwei Verlegemaschinen der IRRIGATECS® Sportplatzbewässerung vor dem Einsatz
Die Verlegemaschinen bringen wir mit. Zwei Stück arbeiten parallel, damit ein Spielfeld in zwei bis drei Tagen fertig ist.
  1. Erhebung der Anlagendaten

    Vier Angaben entscheiden alles Weitere: Fläche, Bodenart, verfügbare Wassermenge je Stunde und anstehender Druck. Dazu Wasserquelle, Lage des Anschlusses und die Frage, ob Strom am geplanten Verteilerstandort liegt. Der Erhebungsbogen ist eine Seite.

  2. Auslegung und Zeichnung

    Wir legen die Anlage auf Ihre Bodenart und Ihre Wassermenge aus und liefern eine Zeichnung mit Strangführung und Verteilerstandort. Sie sehen daran, wo gearbeitet wird und was auf der Fläche passiert. Wie das Verfahren arbeitet, steht unter Funktionsweise.

  3. Angebot und Förderantrag

    Die Kostenschätzung ist nach Kostengruppen der DIN 276 gegliedert, Material und Eigenleistung getrennt ausgewiesen. Beides geht in den Förderantrag, bevor irgendetwas bestellt oder begonnen wird. Warum diese Reihenfolge über die Förderung entscheidet, steht unter Förderung.

  4. Verlegung im bestehenden Rasen

    Die Schläuche werden mit der Verlegemaschine in 15 cm Tiefe eingebracht. Der Rasen wird geschlitzt, nicht aufgenommen. Wir stellen die Maschine und weisen ein, die Arbeit machen in der Regel Vereinsmitglieder.

  5. Anschluss, Verteiler und Steuerung

    Zuleitung, Verteilerschrank am Spielfeldrand mit Absperrarmaturen, Filterung, Wasserzähler, Magnetventilen und Winterentleerung. Die Steuereinheit kommt ins Vereinsheim, auf Wunsch mit App und Wetterdaten.

  6. Einmessen und Bewässerungsplan

    Jede Sektion läuft einzeln über die Wasseruhr. Aus dem gemessenen Durchfluss entsteht die Laufzeit je Sektion und daraus Ihr Bewässerungsplan. Gemessen, nicht gerechnet.

  7. Übergabe und Einweisung

    Sie erhalten das Installationsprotokoll mit den gemessenen Werten, den Bewässerungsplan und ein wetterfestes Schild im Verteilerschrank mit Pflegehinweis und Spülanweisung. Dazu die Einweisung für den Platzwart.

Was der Verein beim Nachrüsten bauseits stellt

Was die Anlage kostet und wie Förderung und Eigenleistung den Eigenanteil senken, steht unter Wirtschaftlichkeit und Werterhalt.

Ob und wann Sie überhaupt bewässern dürfen, entscheidet Ihr Landkreis. Wasserknappheit und Klimawandel

Damit die Kalkulation belastbar ist, gehören diese Leistungen von Anfang an in die Planung. Sie sind Teil jedes unserer Angebote und zugleich die Positionen, die als Eigenleistung im Förderantrag angesetzt werden.

Bauseits zu erbringen sind der Zuführ- und Verlegegraben entlang des Spielfeldrands, das Sandbett als Rohrauflage, das Einbetten und Verfüllen nach der Verlegung sowie der Abtransport des überschüssigen Erdreichs. Der Graben muss mit den Verlegegeräten überfahren werden können, der Aushub wird mindestens zwei Meter von der hinteren Grabenkante gelagert. Elektroarbeiten und der 230-Volt-Anschluss gehören in die Hand einer Elektrofachkraft, der Anschluss an das öffentliche Wassernetz in die eines zugelassenen Installateurs, beim Trinkwasseranschluss gegebenenfalls mit Systemtrennung. Die Wasserleitung wird mit einer Zoll-Verschraubung an den Verteilerschrank herangeführt. Kraftstoff für die Verlegegeräte und die Versicherung der mitarbeitenden Vereinsmitglieder stellt der Verein.

Zwei Voraussetzungen prüfen wir vorab: Die Fläche muss bis 15 cm maschinell verlegbar sein, also frei von Felsen, größerem Geröll, Baumdurchwurzelung und Fremdeinbauten, sonst ist ein Bodengutachten nötig. Und die Anlieferung braucht eine abladefähige Adresse für einen Lastwagen.

Ein Projekt, das den Verein zusammenbringt

Vereinsmitglieder legen mit Traktor und Schaufeln den Graben für die Sportplatzbewässerung an
Graben am Spielfeldrand, Traktor vom Verein, Schaufeln von den Mitgliedern.

Die meisten Vereine machen die Arbeit auf der Fläche selbst. Nicht weil sie müssen, sondern weil es sich lohnt, und zwar dreifach.

Es spart Geld. Was der Verein selbst leistet, muss er nicht bezahlen.

Es bringt Förderung. Dieselbe Arbeitszeit lässt sich im Antrag mit festen Stundensätzen ansetzen. Sie erhöht die zuwendungsfähigen Ausgaben und damit den Zuschuss. Der Verein spart also doppelt an derselben Stunde.

Es bringt den Verein zusammen. Ein Wochenende, an dem dreissig Leute am eigenen Platz arbeiten, wirkt länger nach als jede Mitgliederversammlung. Wer selbst gegraben hat, weiß hinterher, was unter dem Rasen liegt, und geht anders damit um. Und beim nächsten Arbeitseinsatz kommen mehr.

In Eigenleistung möglich: Erdarbeiten für Zuleitung und Verteilerfundament, das Führen der Verlegemaschine, Zuarbeit beim Anschließen, Aufräumen und Nachsaat. Es braucht kein Spezialwissen, wir weisen vor Ort ein.

Nicht in Eigenleistung: Auslegung, Einmessen und Abnahme. Diese Positionen tragen die Funktion der Anlage und bleiben bei uns.

Achtung bei der Reihenfolge: Eigene Arbeitsleistung gilt bei den meisten Fördergebern als Baubeginn. Wer vor der Bewilligung anfängt, verliert die Förderung. Erst der Bescheid, dann der Bagger. Wie Eigenleistung im Antrag angesetzt wird

So ein Arbeitseinsatz schafft es auch in die Zeitung. Der Nordkurier hat über einen Verein berichtet, dessen Mitglieder nach einem Auswärtsspiel die Verlegung übernommen haben. Zum Bericht auf nordkurier.de

Betrieb und Pflege nach der Übergabe

Bewässern. Kurze Gänge, dafür häufig. Weil kein Nachtfenster begrenzt und die Oberfläche trocken bleibt, kann die Anlage rund um die Uhr laufen und den Tagesbedarf ausgleichen, statt ein Defizit nachzuholen. Die Startzeiten stehen im Bewässerungsplan, die Steuerung fährt sie automatisch und unterbricht bei Regen.

Filter spülen. Der Differenzdruck vor und nach der Filterstrecke ist an den Manometern ablesbar. Steigt er über den im Schrank angegebenen Wert, wird gespült. Das ist die wichtigste Wartungshandlung überhaupt, weil alles, was den Filter passiert, im Boden nicht mehr erreichbar ist.

Winterentleerung über das Entleerungsventil mit Druckluftanschluss.

Pflege. Maximale Bearbeitungstiefe im verlegten Bereich 10 cm. Schlitzen und das übliche Aerifizieren sind unkritisch, Tiefenlockerung ist ausgeschlossen. Geben Sie diesen Hinweis an jeden beauftragten Pflegedienstleister weiter. Mehr dazu unter Funktionsweise und Pflege.

Brunnenwasser. Vor Vertragsschluss verlangen wir eine Wasseranalyse. Nicht zur Absicherung, sondern weil eisenhaltiges Wasser eine Anlage in der Erde über Jahre zusetzt und der Schaden dann nicht mehr behebbar ist.

Wann wir abraten

Wenn Ihre Fläche konstruktionsbedingt jedes Jahr tiefengelockert werden muss, ist sie für dieses Verfahren kein guter Kandidat. Sagen Sie uns das im Erstgespräch unter 06207 4842958, dann sparen wir uns beide die Angebotserstellung.

Und wenn Sie regelmäßig Wasser an der Oberfläche brauchen, etwa zum Einwaschen von Düngergranulat, planen Sie dafür eine einfache oberirdische Möglichkeit mit ein. Die unterirdische Anlage ersetzt sie nicht.

Häufige Fragen zu Einbau und Wartung

Wie lange dauert der Einbau und wann ist der Platz wieder nutzbar?

Nach den Werten aus unseren ausgeführten Projekten ist die Installation eines Standard-Fußballfelds in drei bis vier Tagen abgeschlossen, das Spielfeld ist nach etwa vierzehn Tagen wieder uneingeschränkt nutzbar. Voraussetzung dafür sind vier bis sechs Helfer aus dem Verein, ganztägig und durchgehend. Der Rasen wird geschlitzt und nicht abgetragen, ein Neuaufbau der Rasentragschicht entfällt. Stehen weniger Helfer bereit, verlängert sich die Bauzeit entsprechend.

Können unsere Mitglieder selbst mit anpacken?

Ja, das ist der Regelfall und der größte Kostenhebel. Wir planen, liefern das Material, stellen die Verlegemaschine, weisen ein und messen die fertige Anlage ein. In Eigenleistung möglich sind Erdarbeiten, das Führen der Maschine, Zuarbeit beim Anschließen, Aufräumen und Nachsaat.

Wer haftet, wenn die Anlage später beschädigt wird?

Die einzige realistische Gefahr ist zu tiefe Bodenbearbeitung durch einen Pflegedienstleister. Deshalb steht die maximale Bearbeitungstiefe von 10 cm im Vertrag und auf einem wetterfesten Schild im Verteilerschrank. Geben Sie diesen Hinweis an jede Firma weiter, die auf dem Platz arbeitet, dann passiert nichts.

Wie aufwendig ist die Wartung?

Gering. Regelmäßig zu tun ist das Spülen des Filters, sobald der an den Manometern ablesbare Differenzdruck den im Schrank angegebenen Wert übersteigt. Dazu kommt die Winterentleerung über Druckluft. Auf der Fläche selbst gibt es keine Wartungspunkte, weil dort keine Technik steht.

Weitere Fragen beantwortet unsere Übersicht mit 26 Fragen und Antworten.