Sechsundzwanzig Fragen, sechsundzwanzig kurze Antworten

Sportplatzbewässerung: Fragen und Antworten

Sortiert nach den Themen, die Vereine und Kommunen vor einer Entscheidung beschäftigen: Wasserverbrauch, Wasserdruck, Hitze, Spielbetrieb, Rasen und Boden, Einbau und Förderung. Jede Antwort verweist auf die Seite, die das Thema ausführlich behandelt.

Wasserverbrauch und Kosten

Was ist IRRIGATECS®?

IRRIGATECS® ist ein Subsurface-Bewässerungssystem für Sportrasen und Grünflächen. Bewässerungsschläuche liegen dauerhaft 15 cm unter der Grasnarbe und geben das Wasser in der Erde direkt an die Rasenwurzel ab. Auf der Fläche steht keine Technik, die Oberfläche bleibt trocken. Geplant, geliefert und eingemessen wird das System von der Aztec Service GmbH aus Südhessen.

Wie viel Wasser lässt sich bei einem Sportplatz einsparen?

37 bis 50 Prozent, je nachdem wogegen gerechnet wird. Die Zahl stammt aus einer Tagesbilanz über eine volle Vegetationsperiode. Setzt man für die Beregnung nur den gemessenen Flugwegverlust von 11 Prozent an, bleiben 37 Prozent; mit dem vom Bayerischen Fußball-Verband genannten Verlust von 40 Prozent sind es 50. Der Unterschied entsteht an zwei Stellen: Wasser, das den Boden nie erreicht, und ein Wurzelraum, der zu flach ist, um Wasser zu speichern.

Wie kann ein Verein den Wasserverbrauch des Fußballplatzes senken?

Über drei Stellschrauben. Erstens die Wurzeltiefe: Ein tief wurzelnder Bestand übersteht längere Trockenphasen ohne Gabe. Zweitens der Ausbringungsverlust: Bei oberirdischer Beregnung wurden 4,2 bis 21 Prozent Verdunstung und feine Verwehung gemessen, bei Wind über 7 m/s im Extremfall 30 Prozent außerhalb der Fläche. Drittens die Betriebsweise: Bei Beregnung von oben gilt seltener und durchdringend, weil kleine Gaben nur die obersten Zentimeter befeuchten. Wird das Wasser im Wurzelraum abgegeben, gilt das Gegenteil: kleine Gaben, dafür häufig, weil kein Nachtfenster begrenzt und nichts verdunstet.

Was kostet es, einen vertrockneten Sportplatz zu erneuern?

Die Erneuerung einer Grasnarbe liegt bei einem Spielfeld üblicher Größe geschätzt bei 50.000 bis 60.000 Euro. Der Schaden entsteht, wenn der Wurzelraum vollständig austrocknet und die Wachstumspunkte der Gräser unmittelbar über dem Boden absterben. Die Fläche treibt dann auch nach ergiebigem Regen nicht mehr aus. Kleine Wassergaben genügen, um das zu verhindern, sofern sie den Wurzelraum erreichen.

Lohnt sich Subsurface-Bewässerung gegenüber einer Beregnungsanlage?

Die entscheidende Zahl ist nicht die Investition, sondern der Eigenanteil nach Förderung und Eigenleistung. Wird ohnehin eine Bewässerung gebaut, ist nur die Mehrinvestition zu rechnen. Dazu kommt die Kostenseite, die selten mitgerechnet wird: Nachsaat, Besandung und Sperrzeiten nach einem Trockenschaden. Wir rechnen das für Ihren Fall durch.

Wasserdruck und Wassermenge

Brauche ich eine Druckerhöhungsanlage für die Sportplatzbewässerung?

Für eine Versenkregneranlage in der Regel ja. An der Sportstätte werden üblicherweise 7,5 bis 8 bar Fließdruck verlangt, und wird dieser Druck nicht erreicht, ist eine Druckerhöhungsanlage nötig. Die Subsurface-Bewässerung arbeitet als Niederdrucksystem nahezu drucklos und braucht beides nicht.

Wie viel Wasser je Stunde braucht ein Spielfeld von 105 × 68 m?

Nach unserer Erfahrung aus ausgeführten Anlagen genügen rund 5 Kubikmeter je Stunde für ein volles Spielfeld. Möglich ist das, weil die Anlage nicht an ein Nachtfenster gebunden ist und deshalb länger laufen darf. Eine Versenkregneranlage für dieselbe Fläche wird üblicherweise mit 14 bis 17 Kubikmetern je Stunde ausgelegt.

Reicht ein schwacher Brunnen oder eine Zisterne aus?

Oft ja, und genau hier liegt der Unterschied. Weil der benötigte Volumenstrom rund ein Drittel dessen einer Regneranlage beträgt, wird eine Speicher- oder Brauchwasserlösung überhaupt erst bezahlbar. Das ist auch der Punkt, an dem eine Anlage bei einem Entnahmeverbot aus dem Trinkwassernetz weiterlaufen kann. Bei Brunnenwasser verlangen wir vorab eine Wasseranalyse.

Hitze und Trockenheit

Warum verbrennt der Rasen trotz Beregnung?

Weil das Wasser nicht dort ankommt, wo es gebraucht wird. Kurze Gaben von oben befeuchten nur die obersten Zentimeter, die Wurzel bleibt flach, und ein flach wurzelnder Bestand hat kaum Speicher. Er braucht deshalb wieder häufige kurze Gaben. Für die Beregnung von oben verlangt DIN 18035-2 deshalb höhere Mengen in größeren Abständen. Wird das Wasser im Wurzelraum abgegeben, stellt sich die Frage nicht: Dort liegt es unten, gleich wie groß die Gabe ist.

Woher kommen trockene Stellen im Fußballrasen?

Aus ungleichmäßiger Verteilung. Bei oberirdischer Beregnung entstehen sie durch Windabdrift, Überlappungslücken und Verwehung; die Norm begrenzt die zulässige Abweichung vom Sollwert ausdrücklich nur bei Windstille. Wird das Wasser in der Erde abgegeben, gibt es kein Sprengbild, das der Wind verschieben kann, und die Verteilung hängt am Boden statt am Wetter.

Was passiert bei über 30 Grad?

Der Verbrauch steigt sprunghaft. DIN 18035-2 setzt oberhalb von 30 Grad mehr als 5 Millimeter Wasserverbrauch je Tag an, zwischen 25 und 30 Grad 3 bis 4 Millimeter. Genau in dieser Lage untersagen viele Kommunen das Bewässern über Tag, weil oberirdisch ausgebrachtes Wasser verdunstet. In der Erde ausgebrachtes Wasser verdunstet nicht.

Spielbetrieb und Sicherheit

Wann bewässert man einen Sportplatz am besten?

Bei oberirdischer Beregnung nachts. DIN 18035-2 nennt dafür drei Gründe, den geringeren Windeinfluss, die Einschränkung der Verdunstung und den nachts höheren Netzdruck, und verlangt, den Vorgang spätestens vier Stunden vor der Nutzung zu beenden. Bei Wasserabgabe in der Erde entfallen diese Gründe. Bewässert wird dann, wenn der Boden es braucht, nicht wenn der Platz frei ist.

Kann während Training und Spiel bewässert werden?

Ja. Das Wasser tritt unter der Grasnarbe aus, die Oberfläche bleibt trocken und rutschfest. Es gibt kein Sprengbild, keine Pfützen und keine nassen Zuschauerbereiche. Auf der Fläche liegen weder Schläuche noch Regnerwagen, und es stehen keine Regnerköpfe im Spielfeld, die ein Aufsitzmäher treffen könnte.

Ist ein ausgetrockneter Platz ein Sicherheitsrisiko?

Ja, und das wiegt beim Vorstand schwerer als der Wasserpreis. Ausgetrocknete Plätze werden hart, die Rutschgefahr steigt und damit das Verletzungsrisiko. Genau deshalb bewässern Kommunen ihre Sportrasen weiter, während sie andere Grünflächen aufgeben. Eine gleichmäßig feuchte, tief durchwurzelte Tragschicht behält ihre Eigenschaften auch im Hochsommer.

Rasen, Boden und Technik

Wie tief wurzelt Sportrasen und warum ist das wichtig?

Die Wurzel folgt dem Wasser. In einem Testfeld mit Wasserabgabe in der Erde stieg die Durchwurzelung binnen sieben Wochen von etwa 8 auf 14 Zentimeter, eine Zunahme von bis zu 75 Prozent. Je tiefer der Bestand wurzelt, desto größer der nutzbare Bodenspeicher und desto länger übersteht der Platz eine Hitzeperiode ohne Gabe.

Kommt der Rasen mit weniger Wasser aus als berechnet?

In einem Testfeld ja. Über drei Wochen erhielt die Fläche im Mittel etwa 32 Prozent weniger Wasser, als nach Verdunstungsdaten rechnerisch nötig gewesen wäre, und wies dennoch bei allen vier geprüften Varianten eine sehr schöne flächige Begrünung auf. Die gemessene Bodenfeuchte wurde dabei sogar als zu hoch eingestuft.

Ist die Anlage gegen Vandalismus geschützt?

Ja, weil auf der Spielfläche nichts steht. Es gibt keine Regnerköpfe, keine Ventilkastendeckel und keine Sprinkler, die herausgerissen, abgetreten oder vom Aufsitzmäher erfasst werden können. Sichtbar bleibt allein der abschließbare Verteilerschrank am Spielfeldrand. Das erspart einen Kostenpunkt, der bei oberirdischen Anlagen regelmäßig im Budget auftaucht.

Was ist der Unterschied zu unterirdisch verlegten Versenkregnern?

Bei Versenkregnern liegen nur Rohre und Regnergehäuse im Boden. Das Wasser wird trotzdem über die Rasenfläche geworfen, mit Verdunstung, Windabdrift und nasser Oberfläche. Bei der Subsurface-Bewässerung bleibt das Wasser in der Erde und erreicht die Wurzel, ohne die Oberfläche zu berühren. Wer von unterirdischer Bewässerung spricht, meint meist das Erste.

Sportplatzberegnung oder Sportplatzbewässerung, was ist der Unterschied?

Beregnung bezeichnet ein Verfahren, Bewässerung den Zweck. Beregnen heißt, das Wasser von oben über die Rasenfläche zu verteilen, üblicherweise mit Versenkregnern. Bewässerung ist der Oberbegriff und umfasst auch die Wasserabgabe in der Erde. DIN 18035-2 trägt deshalb den Titel Bewässerung und spricht innerhalb davon von Beregnung. IRRIGATECS® beregnet nicht, sondern bewässert unterhalb der Grasnarbe.

Muss die vorhandene Beregnungsanlage raus?

Nein, sie bleibt nutzbar. Die Subsurface-Anlage übernimmt die reguläre Flächenbewässerung, die vorhandenen Regner bleiben für die Fälle, in denen Wasser an der Oberfläche gebraucht wird, etwa beim Anwachsen einer Nachsaat oder beim Einwaschen von Düngergranulat. Bestehende Technik wird ergänzt statt ersetzt.

Für welche Böden eignet sich das System?

Für sandige bis bindige Böden, mit unterschiedlicher Auslegung. Die Bodenart bestimmt, wie weit sich das Wasser kapillar verteilt, und damit den Umfang der Anlage; sie ist deshalb auch der größte Preisfaktor. Sehr schwere, tonreiche Böden nehmen Wasser generell nur langsam auf und brauchen eine besonders zurückhaltende Auslegung. Deshalb fragen wir die Bodenart vor jeder Preisnennung ab.

Einbau und Förderung

Lässt sich die Anlage in einen bestehenden Rasen nachrüsten?

Ja, das ist der Regelfall. Die Fläche wird geschlitzt und nicht abgetragen, ein Neuaufbau der Rasentragschicht entfällt. Nach unseren ausgeführten Projekten ist die Installation eines Standard-Fußballfelds in drei bis vier Tagen abgeschlossen und der Platz nach etwa vierzehn Tagen wieder uneingeschränkt nutzbar, wenn vier bis sechs Helfer aus dem Verein ganztägig mitarbeiten.

Wie muss ein Kostenvoranschlag aussehen, damit die Förderstelle ihn anerkennt?

Gegliedert nach Kostengruppen der DIN 276, mit detailliert ausgewiesenen Eigenleistungen zu jeder Kostengruppe. Nach dem Merkblatt des Hessischen Innenministeriums können Kostenvoranschläge, die diesen Vorgaben nicht entsprechen, grundsätzlich nicht als Grundlage für eine Landesförderung anerkannt werden. Unsere Angebote sind so aufgebaut, der Verein muss nichts umbauen.

Wie viel CO₂ spart die Umstellung?

Nach unserer Berechnung rund eine Tonne CO₂-Äquivalent je Standardspielfeld und Jahr. Sie entsteht an zwei Stellen: Der Strom für die Druckerhöhung entfällt, weil die Anlage nahezu drucklos arbeitet, und jeder eingesparte Kubikmeter Trinkwasser spart die Emissionen seiner Aufbereitung und Verteilung mit. Die Berechnung stellen wir für Förderanträge zur Verfügung.

Wird die Sportplatzbewässerung vom Bund bezuschusst?

Über das Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten, aber mit zwei Hürden. Antragsberechtigt sind ausschließlich Kommunen, auch bei vereinseigenen Anlagen, und das Gesamtinvestitionsvolumen muss mindestens 555.000 Euro betragen. Eine Bewässerungsanlage allein erreicht das nicht, als Teil einer größeren Sanierung schon. Der Bund fördert mit bis zu 45 Prozent, in Haushaltsnotlage bis zu 75 Prozent.

Welche Förderquoten sind für Vereine möglich?

Das hängt am Bundesland. In Bayern gilt seit 2026 ein einheitlicher Regelfördersatz von 25 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, in Sachsen-Anhalt sind bis zu 50 Prozent möglich, in Thüringen bis zu 60 Prozent. Kommunale Anlagen laufen über Bundes- und Landesprogramme. Fristen laufen meist im Sommer für das Folgejahr ab.

Ihre Frage steht nicht dabei?

Dann stellen Sie sie. Vier Angaben genügen für eine belastbare Antwort zu Ihrem Platz: Fläche, Bodenart, verfügbare Wassermenge je Stunde und anstehender Druck. Die Auslegung kostet nichts.

Zu den Themenseiten: Funktionsweise, Wirtschaftlichkeit und Werterhalt, Förderung, Planung und Einbau, Bewässerungsverbot und Rasen- und Gartenbewässerung.