Wasserverbrauch, Werterhalt, Arbeitszeit
Sportplatzbewässerung: Kosten und Wasserverbrauch im Vergleich
Der Klimawandel fordert ein Umdenken bei der Sportplatzbewässerung. Es geht längst nicht mehr darum, einen Platz im Sommer grün zu halten, sondern darum, ihn mit dem Wasser über die Runden zu bringen, das man haben darf.
Klimawandel fordert ein Umdenken bei der Sportplatzbewässerung
Längere Hitzeperioden, weniger Niederschlag und behördliche Einschränkungen treffen zusammen. Der Wasserbedarf steigt genau in den Wochen, in denen die Entnahme begrenzt wird. Eine Beregnungsanlage, die auf große Mengen in kurzer Zeit ausgelegt ist, kommt damit an ihre Grenze. Sie kann nur viel oder gar nicht.
Die Frage lautet deshalb nicht mehr, wie viel Wasser eine Anlage ausbringt, sondern wie viel davon im Wurzelraum ankommt und wie lange sich ein Platz mit wenig Wasser halten lässt.
Wasserbedarf eines Sportplatzes
Der Jahresbedarf eines Rasensportplatzes liegt je nach Niederschlagslage zwischen unter 50 und 250 Litern je Quadratmeter.1 Bei 25 bis 30 Grad verdunstet ein Rasen nach Verdunstungswerten der Fachliteratur 3 bis 5 mm am Tag; DIN 18035-2 setzt für denselben Bereich eine Spanne von 3 bis 4 mm an. In einem Hitzejahr liegt der Bedarf am oberen Ende.
Beim Landesdurchschnitt von 2,01 Euro je Kubikmeter Trinkwasser2 hängt die Wasserrechnung unmittelbar an der ausgebrachten Menge. Der zweite Posten ist der Strom für die Druckerzeugung. Er entfällt bei uns vollständig, weil keine Druckerhöhungsanlage läuft.
Bis zu 40 Prozent des Wassers gehen in die Luft
Nach unserer Modellrechnung gehen bei einer Beregnung von oben nach Angabe des Bayerischen Fußball-Verbands im Sommer bis zu 40 Prozent der Wassermenge je Beregnungsintervall innerhalb von 24 Stunden verloren. Gerechnet wird für jeden einzelnen Tag eines vollen Jahres, mit den tatsächlichen Niederschlägen und Temperaturen. Beide Systeme starten bei demselben Bodenfeuchtewert, keines bekommt eine Sonderbehandlung.
Wie viel es auf Ihrem Platz ist, hängt an Boden, Niederschlag, Nutzung und der bisherigen Bewässerung. Wir rechnen es für Ihre Fläche und legen die Annahmen offen, statt eine Zahl zu versprechen. Woher die Verluste kommen und wer sie misst

Die vollständige Rechnung und die fachliche Herleitung zeigen wir Ihnen im Gespräch oder legen sie dem Angebot bei.
Woher die Wassereinsparung kommt
Von 100 Litern, die ein Regner ausbringt, kommen keine 100 Liter an der Wurzel an. Und von dem, was ankommt, bleibt nicht alles dort, wo es gebraucht wird. Fünf Dinge kommen zusammen. Jedes einzelne klingt klein, zusammen erklären sie den Unterschied.
1. Wasser, das nie ankommt
Der Regner wirft das Wasser durch die Luft. Ein Teil verdunstet schon auf dem Weg, ein Teil weht daneben. Ein Feldversuch der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit dem Deutschen Wetterdienst hat dafür 4,2 bis 21 Prozent gemessen, bei Wind über 7 m/s im Extremfall 30 Prozent außerhalb der Fläche.4 Auf einem frei liegenden Vereinsplatz ist jeder abgedriftete Liter Totalverlust.
2. Wasser, das am Gras hängen bleibt
Was auf dem Halm und im Rasenfilz liegen bleibt, erreicht den Boden nie. Es verdunstet direkt von der Pflanze. Dieser Anteil steckt in den oben genannten Messwerten nicht drin, er kommt obendrauf. Die Deutsche Rasengesellschaft rechnet ihn mit ein, wenn sie zu 90 Kubikmetern theoretischem Bedarf rund 100 Kubikmeter in der Praxis ansetzt.1
3. Wasser, das nur gegeben wird, damit auch die trockenste Ecke etwas bekommt
Kein Regner verteilt gleichmäßig. DIN 18035-2 lässt selbst bei Windstille bis zu 25 Prozent Abweichung vom Sollwert zu. Damit auch die schlechteste Stelle genug bekommt, muss überall mehr ausgebracht werden. Das Überschusswasser auf den gut versorgten Stellen sackt nach unten weg. Bei Wind wird es schlimmer. Das lässt sich mit keiner Steuerung beheben, das ist Bauart.
4. Ein Rasen, der nur zehn Zentimeter tief wurzelt, hat kaum Speicher
Die Deutsche Rasengesellschaft rechnet für einen Sportplatz mit 10 cm Durchwurzelung und rund 12 Litern je Quadratmeter, die den Gräsern zur Verfügung stehen.1 Bei drei heißen Tagen ist der Vorrat leer. Wo das Wasser dagegen unter der Narbe zugeführt wird, wachsen die Wurzeln dorthin. Ein Forschungsprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt fand auf einem seit 1993 so bewässerten Sportplatz eine kräftige Durchwurzelung bis zum Schlauch in 15 cm Tiefe und auch darunter.5 Doppelte Wurzeltiefe bedeutet doppelter Speicher: rund 24 statt 12 Liter je Quadratmeter.
5. Regen, der ungenutzt abläuft
Das ist der Punkt, den fast niemand auf der Rechnung hat. Wer nach jedem Durchgang den Boden randvoll macht, hat keinen Platz mehr für den Regen, der zwei Tage später fällt. Der läuft dann durch. Wer dagegen nur so viel gibt, wie der Rasen am Vortag verbraucht hat, lässt Luft im Speicher. Fällt Regen, wird er aufgenommen und die nächste Gabe entfällt.
Der Denkfehler: kleine Gabe ist nicht gleich kleine Gabe
Der nächstliegende Einwand lautet: Dann stellt man den Regner eben auch auf kleine Mengen ein. Das geht, hat aber einen Preis.
Wasser von oben muss erst durch die obersten Zentimeter. Kleine Gaben befeuchten deshalb genau dort. Bleibt oben immer etwas Feuchtes, bleibt die Wurzel oben. Ein flach wurzelnder Bestand hat weniger Speicher, braucht deshalb wieder häufiger Wasser, und die häufigen kleinen Gaben halten die Wurzel flach. Ein Kreis, der sich selbst am Laufen hält.
Genau deshalb lautet die Fachempfehlung für Beregnung: seltener, dafür durchdringend. Wer das befolgt, bringt große Mengen aus und nimmt die Verluste aus den Punkten 1 bis 3 in Kauf. Wer es nicht befolgt, bekommt flache Wurzeln. Aus dieser Zwickmühle kommt eine Beregnungsanlage nicht heraus.
Unter der Narbe gibt es diese Zwickmühle nicht. Das Wasser tritt dort aus, wo die Wurzel ist. Eine kleine Gabe ist dann trotzdem eine tiefe Gabe. Kleine Menge und tiefe Versorgung schließen sich nicht mehr aus.
Was das im Betrieb bedeutet
Daraus folgt eine völlig andere Betriebsweise. Die Beregnung holt alle paar Tage ein aufgelaufenes Defizit in einem großen Schwall auf. Die Bewässerung in der Erde ersetzt einfach das, was der Rasen gestern verbraucht hat.
In unserer Modellrechnung heißt das: deutlich mehr Bewässerungsgänge, und trotzdem weniger Wasser. Öfter, aber jedes Mal wenig. Möglich ist das nur, weil kein Nachtfenster begrenzt und die Oberfläche trocken bleibt. Zeit kostet bei uns nichts.
Und es kostet keine Arbeitszeit. Kein Schlauchwagen, kein Umsetzen von Regnern, kein Abstimmen mit dem Belegungsplan. Die Steuerung fährt das Programm, ein Regensensor unterbricht, auf Wunsch hängt sie an ortsnahen Wetterdaten. Niemand muss dafür auf den Platz.
Der eigentliche Vorteil zeigt sich, wenn das Wasser knapp wird
In einer langen Trockenphase mit hohen Temperaturen nützt die größte Beregnungsanlage nichts, wenn die Behörde die Entnahme untersagt oder das Dargebot nicht reicht. Dann zählt nur noch eines: mit sehr wenig Wasser den Wurzelraum feucht zu halten, damit die Grasnarbe überlebt.
Genau das leistet die Wasserabgabe in der Erde, weil jeder Liter dort ankommt, wo er gebraucht wird. Und weil der Verteiler einen eigenen Wasserzähler hat, ist die eingesetzte Menge ablesbar und belegbar. Das ist der Unterschied zwischen einer Behauptung gegenüber der Gemeinde und einem Nachweis.

Was passiert, wenn die Grasnarbe stirbt
Der Bestockungsbereich liegt unmittelbar über dem Boden. Rasengräser überstehen lange Trockenperioden mit stark reduziertem Wachstum, solange diese Wachstumspunkte leben. Trocknet der Wurzelraum vollständig aus, sterben sie ab. Dann treibt die Fläche auch nach ergiebigem Regen nicht mehr aus.
Was danach fällig wird, lässt sich an einer Position festmachen, die vor allen anderen anfällt: Der alte Rasen muss abgefräst und entsorgt werden. Allein die Kompostierung kostet 3 bis 4 Euro je Quadratmeter, also rund 27.000 bis 28.000 Euro je Spielfeld.1 Und dabei ist noch kein Korn Saatgut im Boden.
Dazu kommen Bodenbearbeitung, Ansaat, Anwachsen und mehrere Monate ohne Nutzung. Insgesamt schätzen wir die Erneuerung einer Grasnarbe für ein Spielfeld üblicher Größe auf 50.000 bis 60.000 Euro.
Rollrasen geht schneller. Die Vorbereitung des Untergrunds ist im Wesentlichen dieselbe, das Ergebnis unterscheidet sich nach einer Weile nicht mehr, aber die Zeitersparnis macht sich auf der Kostenseite deutlich bemerkbar. Deshalb wird Rollrasen hauptsächlich in den Stadien der Profiligen und bei internationalen Wettbewerben eingesetzt.1
Zur Einordnung: Die mittleren Herstellkosten einer Sportrasenfläche liegen bei rund 34 Euro je Quadratmeter, übliche Schwankungen zwischen 25 und 45 Euro.1 Ein Spielfeld ist damit ein Vermögenswert im hohen sechsstelligen Bereich. Die Bewässerung schützt diesen Wert.

Haupt- und Trainingsplatz in einem Zug
Viele Vereine rüsten Haupt- und Trainingsplatz gemeinsam aus. Das ist meist die wirtschaftlichere Entscheidung: Planung, Anfahrt, Geräteeinsatz und Ortstermin fallen einmal an statt zweimal, und im Förderantrag steht ein Vorhaben statt zwei.
Beide Flächen bekommen dabei ihre eigene Steuerung. Jeder Platz läuft unabhängig vom anderen, mit eigenen Startzeiten, eigenen Laufzeiten und eigenem Wasserzähler. So lässt sich der Trainingsplatz anders fahren als der Hauptplatz, und bei knappem Wasser kann gezielt entschieden werden, welche Fläche Vorrang hat.

Wer nur den Hauptplatz ausstattet, sollte wissen, was im Ernstfall passiert. Fällt der Hauptplatz aus, trägt der Trainingsplatz die doppelte Belastung, und zwar in der Phase, in der Rasen am wenigsten regeneriert. Aus einer geschädigten Fläche werden dann zwei.
Was die Bewässerung Platzwart und Greenkeeper an Arbeitszeit kostet
In den meisten Vereinen wird nicht automatisch bewässert, sondern von Hand: mit dem Schlauchwagen oder mit fahrbaren Regnern, die mehrmals am Tag umgesetzt werden müssen. Das kostet Arbeitszeit, und zwar genau in den Wochen, in denen ohnehin am meisten zu tun ist.
Wo ein Platzwart oder Greenkeeper dafür bezahlt wird, ist dieser Posten in Euro zu beziffern. Wo Ehrenamtliche das übernehmen, ist er es nicht, aber er ist deswegen nicht kleiner. Es ist Zeit, die im Verein an anderer Stelle fehlt, und sie fällt jeden Sommer wieder an.
Die Unterhaltungskosten eines Rasensportplatzes liegen jährlich bei 3,50 bis 6,00 Euro je Quadratmeter einschließlich Strom und Wasser, dazu rund 12.000 Euro für die Sommerrenovation durch ein Fachunternehmen.1 Der mechanische Pflegeaufwand für Aerifizieren, Besanden, Tiefenlockerung, Abschleppen und Nachsaat liegt bei 6.100 bis 12.100 Euro im Jahr.3 Er dient überwiegend der Sauerstoffversorgung verdichteter Böden; eine tiefer durchwurzelte Narbe lockert den Boden bereits durch die größere Wurzelmasse.
Eine automatische Bewässerung in der Erde bindet keine Arbeitszeit mehr. Wie der Einbau abläuft und was der Verein selbst machen kann, steht unter Planung und Einbau. Was der Verein davon hat
Was die Anlage kostet und was den Eigenanteil senkt
Der Umfang der Anlage hängt an der Bodenart und an der verfügbaren Wassermenge. Beides bestimmt den Preis, deshalb nennen wir keinen Quadratmeterpreis, bevor wir diese Angaben haben. Auslegung mit Kostenrahmen anfordern
Entscheidend ist ohnehin eine andere Zahl. Für einen Verein zählt nicht die Investitionssumme, sondern das, was am Ende aus der Vereinskasse geht. Zwei Hebel drücken diese Zahl erheblich: die Förderung, je nach Bundesland ein Viertel bis über die Hälfte der zuwendungsfähigen Ausgaben, und die Eigenleistung der Mitglieder, die im Antrag mit festen Sätzen angesetzt werden kann.
Auch dann, wenn bereits eine Beregnungsanlage vorhanden ist. Sie wird nicht ersetzt, sondern bleibt für die Fälle, in denen Wasser an der Oberfläche gebraucht wird. Die Bewässerung in der Erde übernimmt die reguläre Flächenversorgung und sichert den Platz dann, wenn Wasser knapp wird.
Häufige Fragen zu Kosten und Wasserverbrauch
Wie viel Wasser braucht ein Fußballplatz im Jahr?
Der Jahresbedarf liegt je nach Niederschlagslage zwischen unter 50 und 250 Litern je Quadratmeter. In einem Hitzejahr liegt er am oberen Ende. Der tatsächliche Verbrauch hängt an Bodenart, Durchwurzelungstiefe und Betriebsweise, und er hängt daran, wie viel des ausgebrachten Wassers überhaupt im Wurzelraum ankommt.
Wie viel Wasser spart die Subsurface-Bewässerung?
Bis zu 40 Prozent allein aus den Ausbringungsverlusten. Der Bayerische Fußball-Verband nennt für die Beregnung von oben im Sommer bis zu 40 Prozent Verlust je Beregnungsintervall. Wasser, das im Wurzelraum abgegeben wird, durchläuft diesen Weg nicht. Dazu kommt der größere Bodenspeicher bei tieferer Durchwurzelung, den wir getrennt rechnen.
Was kostet eine Sportplatzbewässerung von IRRIGATECS®?
Der Preis hängt an der Bodenart und an der verfügbaren Wassermenge, weil beides den Umfang der Anlage bestimmt. Deshalb nennen wir keinen Quadratmeterpreis, bevor wir diese beiden Angaben haben. Entscheidend ist ohnehin nicht die Investitionssumme, sondern der Eigenanteil nach Förderung und Eigenleistung. Die Auslegung mit Kostenrahmen ist kostenlos.
Lohnt sich das, wenn schon eine Beregnungsanlage vorhanden ist?
Häufig ja, und zwar aus einem anderen Grund als beim Neubau. Die vorhandene Anlage bleibt nutzbar und wird nicht ersetzt, sie übernimmt weiterhin die Fälle, in denen Wasser an der Oberfläche gebraucht wird. Die Subsurface-Anlage übernimmt die reguläre Flächenbewässerung und sichert den Platz genau dann, wenn Wasser knapp wird oder die Beregnung untersagt ist.
Weitere Fragen beantwortet unsere Übersicht mit 26 Fragen und Antworten.
Quellen
Externe Verweise öffnen in einem neuen Fenster. Quellen ohne Verlinkung sind mit Titel und Abrufdatum genannt und dadurch auffindbar.
- Sportplatzwelt, Beiträge „Naturrasen: Planungsgrundlagen, Pflege und Beregnung“, „Rasenplätze: Kosten für Bodenaufbauten“ und „Saatgut oder Rolle?“, abgerufen am 3. September 2026 unter sportplatzwelt.de. Verdunstungswerte nach Nonn, veröffentlicht bei INTERGREEN.
- ZfK, „Wasser- und Abwasserpreise steigen und steigen“, Verbrauchspreis Trinkwasser 2,01 Euro je Kubikmeter zum 1.1.2025: zfk.de
- Stadionwelt, Erhebung zum jährlichen Pflegeaufwand von Sportrasenflächen 2017/18.
- Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Deutscher Wetterdienst, „Beregnung effizient einsetzen“: lwk-niedersachsen.de
- Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Abschlussbericht AZ 31988/01, Hochschule Osnabrück: Untersuchungen an einem seit 1993 unterirdisch bewässerten Sportplatzes
Subsurface-Bewässerung, Wasser in der Erde